Stadtteil-Check

Wo wollen wir wohnen?
Die Zulassung zur Hamburger Traum-Uni haben Sie in der Tasche, aber die Wohnung fehlt noch? Wir stellen Ihnen die bei Studenten beliebtesten Wohnviertel Hamburgs vor.
Ottensen: elbnah und dörflich
Wer gerne durch pulsierende Straßen mit unzähligen Cafés und kleinen Läden wandelt, der ist in Ottensen genau richtig aufgehoben. Hier sind sowohl Alternative als auch Yuppies unterwegs. Man findet hier alles, was man braucht - und das in dörflicher Atmosphäre, so dass der Shopping-Ausflug in die Stadt verzichtbar ist. Toll ist auch der Freizeitwert des kleinen, elbnahen Stadtteils - legendär sind zum Beispiel die Abende am Elbstrand im Sand vor der "Strandperle" mit perfektem Blick auf den Hafen. Oder die vielen kleinen Parks, in denen sich mit Vorliebe junge Familien oder Liebespärchen tummeln. Einziger Nachteil: Zur Uni braucht man ein Weilchen, doch der Weg lohnt sich.
Sternschanze: Stadtteil der Gegensätze
In kaum einem anderen Viertel sind die Gegensätze derzeit stärker als in der Schanze. Am Schulterblatt, der pulsierenden Lebensader des Stadtteils, stehen die Rote Flora als politischer und kultureller Treffpunkt der alternativen Szene und schicke Restaurants einander gegenüber. Wers also gerne kontrovers mag, ist in der Schanze genau richtig. Individuelle, kleine Läden sorgen für spannende Shopping-Erlebnisse. Im Sommer lebt der Stadtteil auf und lädt zum ausgiebigen Feiern bis in die Morgenstunden ein. Und wem die Schanze zu eng wird: Der Kiez ist von hier auch nicht weit.
Eimsbüttel: szenig, kulinarisch, familiär
Ein Stadtteil mit vielen Facetten: Hier leben Künstler, Studenten und Kreative nebeneinander. Ob stilvolles Shopping, romantisches Dinner am Isebekkanal oder Entenfüttern am Weiher - hier wohnen alle gerne. Vor allem junge Familien mögen den Stadtteil und jeder, der schon immer eine Altbauwohnung mit richtig hohen Decken haben wollte. Studenten schätzen die Nähe zur Uni, das Flanieren über die Osterstraße und das ausgiebige Kaffeetrinken in den vielen Cafés. Eimsbüttel ähnelt - ebenso wie Ottensen - einem Dorf, aber mit allen Vorteilen der Stadt.
Grindelviertel: näher dran an der Uni gehts nicht
Für Studierende der Universität Hamburg natürlich optimal gelegen: das Univiertel. Wer zwischen Hallerstraße, Rothenbaumchaussee und Dammtor lebt, erreicht die Uni gut zu Fuß. Das Gesicht des Grindelviertels rund um den Allendeplatz wird geprägt von den vielen Studenten, Austauschstudenten aus allen Teilen der Welt und relaxten Anwohnern. Die Preise der meisten Cafés orientieren sich am schmalen Budget der studentischen Kundschaft. Und im Grindel findet sich eine echte Hamburger Institution: das Abaton. Das wahrscheinlich erste Programmkino Deutschlands zeigt Filme abseits des Hollywood Mainstreams - oft in Originalsprache. Auch Theaterfreunde kommen auf ihre Kosten: Das Grindelviertel beheimatet die Hamburger Kammerspiele.
Eppendorf: entspannt aber teuer
Eppendorf ist besser als sein Ruf. Der besagt, dass Eppendorfer Frauen ihren Kinderwagen als Statussymbol vor sich herschieben und Eppendorfer Männer alle einen schwarzen SUV fahren und zu viel Pomade im Haar tragen. Vielleicht ist ein Fünkchen Wahrheit dran, aber Eppendorf hat so viel zu bieten, dass wir darüber locker hinwegsehen können. Schöne Jugendstilhäuser, nette Cafés, das modernste Klinikgebäude Europas, tolle Parks und der wohl schönste Markt der Stadt: Dienstags und freitags bietet der Isemarkt Besuchern alles, was das Bio-Herz begehrt. Auf den Flaniermeilen Eppendorfer Landstraße und Eppendorfer Baum lässt es sich viel entspannter shoppen als in der Innenstadt. Einziges Manko: Leider sind die Mieten zwischen Klosterstern und Tarpenbek sehr hoch und sprengen das Budget manches Studenten.
St. Pauli: schroffer Charme
St. Pauli ist ein schmutziger und gefährlicher Rotlichtbezirk - aber einer der liebenswertesten Stadtteile Hamburgs. Denn nirgendwo geht es ehrlicher zu. Der schroffe Charme der Einwohner macht den Reiz von St. Pauli aus. Am Wochenende ist der Kiez ein Schmelztiegel: Musicalfans strömen ins TUI Operettenhaus, Theaterfreunde mischen sich zwischen Junggesellenabschiede. Studenten, die auf dem Hamburger Berg gefeiert haben, essen ihren nächtlichen Döner neben jungen Künstlern, Touristen verschwinden in den Rotlichtläden. Noch sind auf St. Pauli die Mietpreise moderat. Wer also in einem kreativen, vielfältigen und weltoffenen Viertel leben möchte, dem sei die Perle Hamburgs empfohlen.
Barmbek: Kunst und Kultur
Eine gute Wahl für Studenten, die gerne viel Kultur um sich haben. In den letzten Jahren haben sich in Barmbek einige interessante Kulturinstitutionen etabliert, wie zum Beispiel das renommierte Amateurtheater an der Marschnerstraße. Auch die Zinnschmelze in den Räumen der ehemaligen New York Hamburger Gummiwarenfabrik bietet Theater, Musik, Partys, Literatur, Kino-Open Air und Ausstellungen. Das Viertel macht deutlich: Hier ist viel in Bewegung. Und Barmbek ist grün! Toll ist im Sommer vor allem die Nähe zum Stadtpark - ein idealer Treffpunkt zum In-der-Sonne-liegen und um mit den Kommilitonen zu flirten. Auch gut: Die Mieten sind relativ moderat.
Hamm:
Günstig gelegen für Studenten der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) ist vor allem Hamm. Verhältnismäßig günstige Mieten machen den Stadtteil immer attraktiver für junge Menschen. Neben einigen wenigen Villen ist der Stadtteil im wesentlichen durch die typischen roten Backsteinbauten der 1920er bis 1950er Jahre geprägt. Die City ist nicht allzu weit weg und an manchen Ecken bietet Hamm das eine oder andere idyllische Fleckchen. Zum Beispiel lädt die Bille zum Wassersport ein: Hier wird gerudert, Kanu, Kajak oder Tretboot gefahren - zahlreiche Sportvereine mit Ruder- oder Kanuabteilung machen den Stadtteil vor allem für Wasserratten interessant. Shopping- und Kulturangebote sind in Hamm allerdings eher Mangelware.
Winterhude: Voll im Trend
Zwischen Stadtpark und Alster trifft sich Hamburgs Upper Class beim Kaffeetrinken und Shoppen. Der Mühlenkamp ist die pulsierende Szenepromenade von Winterhude. Dass der Stadtteil einst ein Arbeiterviertel war, merkt man nur noch in Randregionen. Genuss und hochpreisiger Konsum liegen in Winterhude eng beieinander. Wer gerne gut essen geht, wird in Winterhude sicherlich fündig. Die Nähe zur Alster macht Winterhude attraktiv aber auch exklusiv. Allerdings macht das auch die Mieten nicht ganz billig. Nicht weit haben es die Studenten vor allem zur Musikhochschule. Nur hat das hat eben seinen Preis. Günstige Gelegenheiten gibt es aber in WGs in tollen Altbauten immer wieder.
Das sollten Sie noch wissen
Couch-Surfing: Auf der Online-Plattform www.couchsurfing.org können die Mitglieder ihr Sofa anderen als Schlafmöglichkeit zur Verfügung stellen oder darüber eine Unterkunft finden.
Genossenschaften: Wohnungsbaugenossenschaften versorgen ihre Mieter mit günstigem Wohnraum. Nahezu alle Genossenschaften findet man unter www.hamburgerwohnline.de
Mietspiegel: Der Vergleich lohnt sich: Wie teuer ist mein Wunschstadtteil? Welche Alternativen gibt es? Was kosten die? Um diese Fragen zu klären, lohnt ein Blick in den Hamburger Mietenspiegel unter www.mietspiegel-online.hamburg.de
Paragraph-5-Schein: Der Wohnberechtigungsschein ermöglicht den Bezug einer öffentlich geförderten Wohnung. Zu den Kriterien gehören die Einkommenshöhe, die Größe der Wohnung und die familiären Verhältnisse.
Mieterschutz: Wer Probleme mit seinem Vermieter hat, findet hier Hilfe: Experten des Mieterbundes (www.mieterbund.de) oder des Mieterschutzbundes
(www.mieterschutzbund.de) stehen mit Rat zur Seite.
Wohnungstausch: Wer schon eine Wohnung hat, kann bei Umzugsplänen auch einen Wohnungstausch versuchen. Im Internet helfen dabei verschiedene Portale.
Wohnen auf Zeit: Es muss ja nicht gleich die eigene, voll ausgestattete Wohnung sein. Wohnen auf Zeit ist ein Modell, das bei Studenten beliebter wird. Unter www.mitwohnzentrale.de kann im Netz die passende Wohnung oder das passende WG-Zimmer ausgewählt werden - meistens möbliert.



