Selbstorganisation

Lernen: Lust statt Frust
Wenn Sie beim Studium nicht mehr wissen, wo Ihnen der Kopf steht, helfen Ihnen unsere Tipps zum Zeitmanagement.
Früher, wenn es in der Schule mal nicht klappte, gab es ernste Worte vom Lehrer und Hausarrest von den Eltern. An der Uni fängt ein neues Leben an, ein Studentenleben. Ob stundenlange Kaffeekränzchen mit Freunden, durchtanzte Nächte und verschlafene Tage: Alles wichtige Dinge im Leben eines Studenten, neben all den Prüfungen oder Bücher zu lesen. Doch wer sich während des Semesters nicht regelmäßig hinter den Schreibtisch klemmt, steht am Ende vor einem riesigen Haufen Arbeit, der auch noch jede Menge Stress und schlechte Laune bereitet. Wer nicht als kleiner Einstein oder emsige Fleißbiene geboren wurde und an der Uni trotzdem Erfolg haben will, der muss sich gut organisieren. So schwer ist das gar nicht, vorausgesetzt man beachtet ein paar Grundregeln.
Überwindung: Lernschwierigkeiten bei Studenten resultieren vor allem aus Mangel an geeigneten Lerngewohnheiten und im Umgang mit der Lernzeit. Lernversuche sind Zeitverschwendung, wenn Sie zu viel auf einmal, aber nicht lang und intensiv genug lernen. Die erste Schwierigkeit: Sich erstmal zum Lernen überwinden. Sobald es darum geht, sich an den Schreibtisch zu setzen, suchen sich viele Studenten Alibi-Arbeit, wie Schrank aufräumen, die Wohnung putzen, Altpapier wegbringen. Klar, so lässt sich ein Tag auch rumkriegen. Doch eigentlich wollte man ja lernen. Was bleibt, ist das schlechte Gewissen.
Organisation lernen: NehmenSie sich Zeit, zu Semesterbeginn oder am Anfang der vorlesungsfreien Zeit, und definieren Sie, was Sie in den bevorstehenden Monaten erreichen möchten. Wie viele Veranstaltungen sollten Sie besuchen? Wie viele Hausarbeiten müssen Sie schreiben? Wie viele Prüfungen? Um sich nicht unnötig unter Druck zu setzen, sollten diese Ziele realistisch sein.
Prioritäten setzen: Sind die Ziele gesteckt, bringen Sie sie in eine vernünftige Reihenfolge. Hier hilft eine so genannte ABC-Analyse: Unter "A" werden alle Aufgaben notiert, die besonders wichtig sind und die sie gleich erledigen müssen. Unter "B" verzeichnen Sie all jene, die wichtig, aber nicht dringend sind und unter "C" alles, was weniger wichtig ist und was Sie auch noch später erledigen können.
Alles sortiert? Schließlich geht es an die Zeitpläne. Teilen Sie den zu planenden Zeitraum ein, zum Beispiel in Monate, dann in Wochen und schließlich in Stunden. Die Grundfrage sollte stets sein: Was muss ich bis zu welchem Termin erledigt haben? Dabei sollten Sie unbedingt Ihre Leistungskurve berücksichtigen. Morgenmenschen können vormittags am besten, Langschläfer arbeiten bis spät in die Nacht. Ganz wichtig: Pausen und Puffer gleich mit einbauen und auch hier realistisch bleiben. Auch die fleißigsten Studenten sind keine Roboter und niemand kann 18 Stunden konzentriert lernen. Ein kleiner Motivationsfaktor kann sein: Freizeitaktivitäten ebenfalls verzeichnen. So haben Sie etwas, worauf Sie sich freuen können und das Lernen fällt leichter.
Nachkontrolle nicht vergessen: Ist der Zeitplan fertig, müssen Sie ihn nur umsetzen. Am Ende eines jeden Tages sollten Sie prüfen, ob Sie das, was Sie sich vorgenommen haben, erreicht haben. Wenn ja, ist Ihr Zeitplan optimal, wenn nein, müssen Sie ihn ändern. Worauf können Sie verzichten, was müssen Sie intensivieren? Wer so vorgeht, wird schnell eine ausgewogene Mischung finden.
Web-Tipps:
Anregungen zum Zeitmanagement: www.seiwert.de.
Details und Tipps zu Zeitmanagement und Selbstorganisation: arbeitsblaetter.stangl-taller.at.
Vorstellung verschiedener Strategien zur Optimierung der Lern- und Arbeitszeit: http://leguan.emp.paed.uni-muenchen.de.
Buch-Tipps:
Becher, Stephan: Schnell und Erfolgreich studieren - Organisation, Zeitmanagement, Arbeitstechniken, Lexika Verlag 2003, ISBN: 3896944142, 17,00 Euro
Chevalier, Brigitte: Effektiver Lernen - die eigenen Fähigkeiten erkennen, Eichborn Verlag 2002, ISBN: 3821815663, 15,90 Euro
Hütter, Heinz: Zeitmanagement, Cornelsen Verlag, September 2002, ISBN: 3589219149, 6,95 Euro
Seiwert, Lothar: Das neue 1x1 des Zeitmanagement, Gräfe und Unzer Verlag 2003, ISBN: 3774256705, 12,90 Euro
Seiwert, Lothar: Das Bumerang-Prinzip - mehr Zeit fürs Glück, Deutscher Taschenbuchverlag, Oktober 2004, ISBN: 3423341300, 12,00 Euro



