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Unter ständiger Beobachtung

Bei Unternehmen beliebt, bei Bewerbern gefürchtet: Assessment-Center (AC). Wie Sie diese Hürde meistern, lesen Sie hier.

 

Vorbereitung: Vielen Absolventen läuft es kalt den Rücken runter, wenn sie an Assessment Center (AC) denken. Doch irgendwann ist fast jeder dran. Die meisten großen Unternehmen nutzen die ein- bis dreitägige Prüfmethode als Bewerberfilter. Wer sich vorbereitet und weiß, was sich hinter dem unscheinbaren Kürzel AC verbirgt, wird die Prozedur überstehen:

Natürlichkeit: Keinesfalls schauspielern. Geschulte Augen erkennen, wenn sich der Bewerber verstellt. Auch die Ellenbogen sollten Sie bei dieser Gelegenheit einfahren. Sie gewinnen nur, wenn Sie Ihre Mitbewerber mitspielen lassen.

Übung: Um sich sicher zu fühlen, sollten Sie verschiedene Präsentationstechniken üben.

Informationen: Um bei Fragen wie der nach dem aktuellen Bundeskanzler nicht dumm dazustehen, sollten Sie mal einen Blick in die Zeitung werfen, um zu wissen, was draußen in der Welt so los ist. Auch über das Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben, müssen Sie sich informieren.

Genauigkeit: Lesen Sie Aufgaben genau durch und lassen Sie sich auf der Suche nach Lösungen nicht aus der Ruhe bringen.

Bestandteile eines ACs:

Gruppendiskussion: Diese Übung gehört zur Gattung "Jeder gegen jeden". Ein vorgegebenes Thema wird kontrovers diskutiert. Den Sachverhalt verstehen, seine Position vertreten und Argumentationsstrategien entwickeln: Diese Punkte sind wichtiger als Inhalte und konkrete Diskussionsergebnisse.

Rollenspiel: In einem meist simulierten, zehn- bis 30-minütigen Gespräch zwischen Bewerber und Beobachter geht es ums Verkaufen und Überzeugen. Im Test: das Diskussionsgeschick des Kandidaten, zum Beispiel in einer Verhandlung über Lohn oder Arbeitszeit mit dem Chef.

Präsentation: Bei diesem Punkt müssen die Bewerber ihren Lebenslauf vor der ganzen Gruppe darstellen oder einen Vortrag halten.

Fallstudie: Das Ziel: Lösungen für ein häufiges, branchentypisches Problem finden. In Gruppenarbeit oder als Einzelaufgabe gilt es, die Problemsituation schnell zu erkennen und zu lösen. Diese Übung kann je nach Umfang einige Stunden oder auch einen ganzen Tag dauern.

Postkorb-Übung: Ein überfüllter Postkorb mit 15 bis 20 Briefen mit mehr oder weniger eiligen Anliegen muss abgearbeitet werden. Was ist dringend zu erledigen, was kann delegiert werden? Gibt es Beziehungen und Zusammenhänge zwischen den Dokumenten? Entscheidungsfreude und Selbstorganisation sind hier gefragt. Keine leichte Aufgabe.

Interview: Das Interview findet häufig am Ende eines ACs statt. Vertreter des jeweiligen Fachbereichs und Personaler prüfen, ob der Bewerber ins Unternehmen passt. Fragen zu Stärken und Schwächen sowie zur Motivation sind Standard.

P&P-Test: Ein weiterer beliebter AC-Bestandteil sind die so genannten "paper and pencil"-Tests. Das sind Kreuzeltests, mit denen Unternehmen Intelligenz, Persönlichkeit und Leistung des Kandidaten  testen. Wissen, Logik, eigene Meinung und Konzentration Experten nehmen alle relevanten Fähigkeiten unter die Lupe.

Übrigens: Endlich Mittagspause? Entspannen, Witze reißen, Füße hochlegen? Auch hier ist Vorsicht geboten. Denn auch wenn der Bewerber es nicht erwartet: Beobachtet wird er nahezu pausenlos!

Web-Tipps:

Worauf erfahrene Prüfer in ACs besonders achten: www.jungekarriere.com.

Tipps zu Übungen im Assessment-Center: www.wiwo.de/karriere/tipps-zu-uebungen-im-assessment-center-385394/.

Buch-Tipps:

Claus Coelius: Fit fürs Assessment Center, Cc-Verlag, 17,90 Euro.

Peter Weiler: Trainingsbuch Einstellungstest und Assessment-Center, Heyne-Verlag, 7,95 Euro.

Thomas Schmidt u. a.: Angstfrei ins Assessment Center, Verlag Carl Ueberreuter, 15,90 Euro.

 
 

 

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