Berufsausbildungsbeihilfe

Finanzspritze für Azubis
Die Agentur für Arbeit hilft Azubis, die Geldsorgen haben. Wir erklären, wer Anspruch auf die sogenannte Berufsausbildungshilfe (BAB) hat und wie man sie beantragen kann.
Sven K. erinnert sich noch an den Tag, als er die Zusage erhielt für einen Ausbildungsplatz zum Chemiker. "Ich hatte so viele Bewerbungen geschrieben und nur Absagen kassiert. Und war heilfroh, als dann die Zusage kam", sagt der 19-Jährige. Allerdings musste Sven für den neuen Job von Bremen nach Hamburg ziehen und seine Freundin zurück lassen.
Mit dem Umzug kamen auch die Geldsorgen. Von den 345 Euro Ausbildungsvergütung zahlt Sven 230 Euro für ein WG-Zimmer in Altona. "Nach Abzug der Miete blieb zum Leben nicht mehr viel", sagt der Azubi. "Dann bekam ich den Tipp, mich bei der Agentur für Arbeit nach Berufsausbildungsbeihilfe zu erkundigen." Das war vor zwei Monaten. Seinen Antrag auf finanzielle Unterstützung hat die Agentur für Arbeit in Hamburg inzwischen bewilligt.
Im Schnitt 300 Euro mehr im Geldbeutel
So wie Sven bekommen derzeit 1.500 Jugendliche und junge Erwachsene in Hamburg Berufsausbildungsbeihilfe, kurz BAB. "Jeder Auszubildende sollte sich erkundigen, ob ihm diese finanzielle Unterstützung zusteht", rät Thomas Broszeit vom "Team für Arbeitnehmerleistungen Mitte" der Agentur für Arbeit in Hamburg. Voraussetzung: Weil der Ausbildungsbetrieb zu weit entfernt ist, können Sie während der Ausbildung oder eines berufsvorbereitenden Jahres nicht bei ihren Eltern wohnen und müssen umziehen. Ist diese Bedingung erfüllt, dann stehen die Chancen für eine Bewilligung gar nicht so schlecht. Immerhin 60 bis 70 Prozent der Antragsteller erhalten eine Zusage.
Die Höhe des Zuschusses richtet sich unter anderem nach den Kosten für die neue Bleibe. Sven stehen monatlich 242 Euro BAB zu. Je nach Fall werden auch 300 oder mehr Euro gezahlt. "Anders als es das BAföG bei Studenten verlangt, muss diese Geldspritze nicht zur Hälfte zurückgezahlt werden", sagt Broszeit. Wichtig: Die Agentur für Arbeit zahlt BAB für die gesamte Dauer der Ausbildung. Deshalb sollten Sie den Antrag am besten vor Beginn der Ausbildung stellen.
Und so können Sie BAB beantragen:
- Entweder Sie holen sich das Antragsformular in einer der sieben Hamburger Nebenstellen der Agentur für Arbeit ab (Adressen unter www.arbeitsagentur.de). Oder Sie rufen an bei der Service-Stelle (040 2485-0) und lassen sich die Unterlagen per Post zukommen.
- Möchten Sie sich persönlich beraten lassen, dann empfiehlt sich ein Besuch beim Team für Arbeitnehmerleistungen, das auf BAB-Fragen spezialisiert ist.
- Weiterhin gibt es ein Faltblatt mit Infos zum Thema BAB. Das "Merkblatt 11" ist in allen Nebenstellen der Hamburger Agentur für Arbeit erhältlich.
- Unter www.babrechner.arbeitsagentur.de können Sie vor Antragstellung bereits nachrechnen, wie viel BAB Ihnen zusteht.
- Tipp: Wer schon BAB bekommt, kann zusätzlich bei der "Lawaetz Stiftung" finanzielle Unterstützung beantragen. Mehr Informationen gibt es entweder in der Zentrale, Neumühlen 16 - 20, 22763 Hamburg, telefonisch unter 040 399936-0 oder unter www.lawaetz.de und www.lawaetz-stiftung.de.



